in einem
haben sie recht
ein zirkus
ist dies nicht
wir verstecken uns nicht
hinter samtenen vorhängen
tanzen nicht durch die manege
zur belustigung der menge
den knall der peitsche
fürchten wir nicht
dies ist kein zirkus
recht haben sie und
liegen falsch
unsere masken tragen
die farben von liebe und mut
sie sind gezeichnet
in wut und in würde
wir sind
menschen aus flammen
akrobaten ohne netz
narren mit wissendem blick
tiere, die keine fesseln mehr dulden
dies ist kein zirkus
dies ist unser leben
und wir kämpfen
darum
bedeute mir
nicht mehr die Welt
reiß aus mir
das verwurzelte Herz
die Straßen leeren sich
und die Bäume schweigen
die Sonne fällt und
die Sterne haben frei
wir teilen uns
keinen Himmel mehr
wir blicken auf einander
fremde Wolken
ich vergesse
uns
wenn ich gehe
nicht ganz
•
17, fast 18 Jahre Heimat lassen sich nicht einfach ablaufen, sie sind eingraviert in die Synapsen, bleiben Phantomfühlungen der Papillarleisten und hallen nach in der Attosekunde zwischen Sys- und Diastole. Ich gehe weiter und mein Herz bleibt stehen, ich gehe weiter und will doch bleiben. Ein Blick zurück ist nie genug. Darum vielleicht blicke ich so wenig wie möglich zurück.
Ein Fehler, sagtest du vor Langem, sei dieser Umzug, und doch freutest du dich für mich. Ich freue und bereue, ich fürchte mich und weine um die Heimat, die letzten 17, fast 18 Jahre, die Menschen, das Lachen, das Miteinander, die viele Vergangenheit, die nie wieder Gegenwart sein wird. Ich hoffe viel in diesen Tagen, schmiede Pläne und schüre meine Erwartungen und will gleichzeitig nicht loslassen, will nichts loslassen, doch die Entscheidung hat sich schon gefällt, da wusste ich noch nicht von 17, 18 Jahren Heimat in der Fremde.
Noch bin ich nicht fort, sage ich, noch bin ich da, lüge ich, und doch wissen wir: wir teilen uns keine Zukunft.
Danke für alles ♥️

gibt keine Ruhe mehr unter
der zu Stahlwolken geballten
Angst
sie verstellen sich
den eigenen Himmel mit
Sturm
•
Man will die Augen verschließen davor, dass ein Fünftel der Deutschen sich von gesellschaftszersetzenden Parolen nicht abschrecken lässt, sondern Hass, Lügen und Gewalt zumindest in Kauf nimmt, so lange man "denen da oben" eins auswischen kann. Wie beleidigte Teenager, die ihren Computer zerstören, weil die Eltern das WLAN abgeschaltet haben.
Man will naiv sein und hoffen, dass diejenigen, die rechts wählen, nicht rechts denken; aber die Alternative ist, dass sie, wenn sie schon nicht rechts denken, offensichtlich gar nicht denken, und das will man erst recht nicht hoffen. So naiv kann ich nicht sein, um mir nicht vorstellen zu können, wohin geistloses Taumeln führt.
Die Zeit für Naivität ist vorbei. Die Zeit für Passivität ist vorbei. Es muss allen klar werden, dass rechtes Wählen in einem Abgrund mündet: langsam mit der Union, abrupt mit der AfD, erratisch mit der FDP.
Die Zeit für geschlossene Augen ist vorbei. Ist lange vorbei. Jetzt zu handeln, heißt vielleicht zu spät handeln, heißt: jetzt unbedingt handeln. Wird sich jetzt nichts ändern, werden wir lange nicht beruhigt die Augen schließen können.
Und nein, keine Ahnung, wie der Bann gebrochen werden kann, der Rechtsextreme als Staatsträger tarnt. Keine Ahnung, wieso Menschen sich in der Hoffnung auf Trost Hasspredigern anschließen. Ich verstehe nicht, wie Menschen vor solch grauenhaften Offensichtlichkeiten die Augen verschließen können.
So naiv kann ich nicht sein zu hoffen, dass sie sich verwählt haben. Und so muss ich fürchten, dass all jene, die vorgeben, nur besorgt oder verängstigt zu sein, in Wahrheit blind dafür sind, dass ihre Schläge gegen die Welt letztlich sie selbst treffen.
All jenen, die die Wahl gestern (und die Wahlen zuvor) (erneut) erschüttert haben sollte, bleibt nur ein Trost: es gibt noch das Entsetzen, noch ist es unfassbar. Noch sind wir, die an Mitmenschlichkeit glauben, mehr. Wir sind mehr.
die Sehnsucht dir
vom Kopf auf
die Bretter
die die Welt
der Vorhang
dir auf den Fuß
des Berges
deiner Träume
schrick nicht vor
dem Unsichtbaren
das das Sichtbare
in sich
mit lachendem und
weinendem
dir eine Heimat
Wir glauben uns
Kinder der Sonne
und ihre Strahlen
allein unser Werk:
Zeugnis unserer Größe.
Auf der Fahrt über
unseren Himmel
neigt sich
der lange Tag
haltlos gen Horizont.
Wer ich
war oder dachte
zu sein
kann
zu sein
ich nicht bleiben
wenn ich bleiben will
wer ich war
als ich hoffte
zu werden
wie
zu sein
ich gedacht.
dem Tag
entgegen
sammeln sich
(unsichtbar)
Krähen am Fluss
(ihr Lied dein Leid)
in Morgenrot
gerinnt eine Ahnung
zu deiner
Heimat
blinzle nicht
(nach ermüdeter Nacht)
die Sonne geht
(endlich)
auf
Katzencontent
betäubt die
in den Abgrund
der Welt
vor Angst
starrende Seele
Lina dagegen
ihrer Angst entgegen
in der zitternden Hand
ein brennendes Tuch
auf ihren Lippen
Jin Jiyan Azadi
ihr Haar weht
im Wind
der Veränderung
Und ich
schaffe nur
Katzencontent
überschätzt
sagen sie
nicht unsere Geduld
unterschätzt
sagen wir
nicht unsere Ungeduld
wir sind der Boden
der euch trägt
auf uns legt ihr
die Steine eurer Mauern
unser Blut bindet
den Mörtel eurer Macht
wir wollen die Steine
aus euren Mauern nehmen
ihr könnt uns
nicht mehr bluten machen
der Tod ist alles
was wir besitzen
wir fürchten ihn nicht
sorglos gesprungen
haltlos gefallen
wann wirst du lernen
auf dich zu achten
vielleicht einmal
wenn du wieder stehst
stehst du für dich ein
einmal vielleicht
den Tod haben wir
abgeschafft
er passte uns
nicht mehr ins Bild
hier schlafen Menschen
mit Sand in den Augen
atemlos die Ruhe
zu wahren
dieser hier malte mir
Milchherzen auf den Kaffee
und schenkte mir
Kekse mit süßem Kern
hier hat er die Augen
geschlossen das Lächeln
verloren das Herz hart
und kalt seine Haut
wir legen ihn hier
unter Erde und Steine
die streunenden Hunde
wecken ihn nicht.
seine Gier beißt sich
in unsere Augen
und
unsere Tränen entreißt uns
sein Hunger
in seinem Flackern
queren wir Schatten
erreichen wir bald
eine Lichtung
oder
gehen wir tiefer
hinein in die Glut
der sturm
der das gefieder
der taube spreizt
bricht ihr
nicht fahne
nicht kiel
das Zwischen teilt
es oder fällst du
nur ab vor Glauben
das Brechen der
Haut schilfert dich
suchst du denn Halt
schorfst dir die Worte
selbst am Wetzstahl
deiner Verheißung
der Riss reißt nur
dich in den Abgrund
die Klippe sind wir
kurz nur inne
halten der welt
schnee auf der
heide heute dann
kommt morgen tau
mir alles über
müdet zur ruh
der krug füllt nicht
die erschöpfung
Nebel drückt sich an
die Scheibe auch von innen
dunstbeschlagen die Synapsen
im Kopf zertasten sich
die Worte fehlen mir und
Im Wannenbad schwimme ich
aus meiner Haut löst sich
mein Schweiß schmeckt
nach Mitternacht esse ich
meine Wut hält mich, nicht
Aus den Feldern steigt
der Mond verliert sich zwischen
den Sternen ist unser Streit
gleich sind wir
nicht bitte
versteh
bitte versteh
mich bitte versteh nicht
bitte nicht mich
versteh bitte mich
bitte versteh mich nicht
falsch
bitte falsch
mich versteh
nicht
und geh
gehst du
entstehst
und enthörst du
verlässt du
zu früh
verstehst du
verstehen wir uns
niemals
also bitte nicht
geh bitte
nicht
bitte geh nicht
und versteh mich
bitte nicht falsch
anders als
gedacht anders
als erwartet
so anders
deine farbe
doch du selbst
bist noch die
gleiche blume trägst
die gleiche blüte
bist nicht weniger
als die anderen
die kleinen fluchten und
das unsagbar schöne
das traurige dur und
die sehnsucht in moll
du berührst mich mit worten
triffst mit deinen liedern
unabsichtlich grausam
mich mitten ins herz
zerbrechlich und leicht
zu verletzen scheinst du
deine größte stärke ist
unterschätzt zu werden
herzanliegend
deine träume
verkenne nicht als
käfig die rüstung
mitunter ungreifbar
und doch berührt
verzage nicht in der
dunkelheit sie währt
nicht
den halben tag versucht
und doch gescheitert
dich zu fokussieren
sinnlose jagd
fürchte nicht
deine sehnsucht
der wunsch trägt
mehr als der wille
zu deinem schick
sal bei
es ist
wie gesagt
eine lange weile
verweile
wie lang
ist lange
genug
die Narben
auf deiner Zunge
bezeugen erloschenen
Zorn
die Zähne gefletscht
folgst du den
Wutwegen
der Brand schwelt
nicht mehr in der
Asche stocherst du
wortlos
hüllst dich
in deinen Mantel
aus Eis
frierst
nicht und
zitterst doch
die Sonne
steigt
Zorn auf der Zunge
brannte Narben
dir ein
deine Finger folgen
den Wutwegen
der Brand schwelt
nicht mehr in der
Asche stocherst du
wortlos
I
du narbtest
mich mit
unscharfen
Worten
noch schwären
die Wutränder
ich übersehe
sie alle
II
die dünngewordene
Haut trage ich
dir nicht nach auf der Bahre
wärmt sie dich nicht
ich beuge mich
nicht über das Versagte
deiner zum Kuss
ersprödeten Lippen
III
Atem
schöpfe ich
genug
für uns beide
versiegt
ist der Quell
stille an mir
deinen Lufthunger
Atem schöpfe ich
genug
für uns beide
die dünngewordene
Haut trage ich
dir nicht nach auf der Bahre
wärmt sie dich nicht
ich beuge mich
nicht über das Versagte
deiner zum Kuss
ersprödeten Lippen
der Quell ist versiegt
die dünngewordene
Haut trage ich
dir nicht nach auf der Bahre
wärmt sie dich nicht
ich beuge mich
nicht über das Versagte
deiner zum Kuss
ersprödeten Lippen
noch schwären die Wutränder
deiner narbenden Worte
das Sakrament
des zehrenden Laibs deiner Liebe
und deiner Tränen bitternden Weins
fürchte ich
doch
der Quell ist versiegt
ich schöpfe
Atem genug
für uns beide
Ich öffne die Tür und trete ein
in dies alte Haus der Stille,
und mich umfängt und mich verschlingt
gleich einer großen Welle,
gleich einem schwarzen Loch
das Auge im tosenden Sturm und doch
ersticke ich und sterbe fast
in dieser Nacht voll totem Grau
als mein eigner Schattengast.
Du öffnest und du suchest mich
in meinem kalten Herz voll Qual;
ich fasse und ergreife dich
und ziehe dich mit Donnerhall
in meine Tiefe ohne Ende.
Oh! würden diese Wände,
die einst ein Haus gewesen,
keine Stimmen, keine Namen,
keine Erinnerung mehr tragen!
Oh! hätte doch ein jeder Traum sein Ende!
Einst majestätisch das Portal,
doch jetzt gespalten voller Qual,
birgt nur noch Schatten voller Pein:
Arme Schatten, die mein Herz
erfüllen nur mit scharfem Schmerz
und die mit kalten Stimmen schrei’n.
Schatten der Vergangenheit
raunen meine Namen
mit leisen, rauen Klagen
und stehen nur und schauen nur
von Ewigkeit zu Ewigkeit
mit ihren Augen voller Fragen.
Der Morgen graut
nah dieser stillen Nacht
und langsam leert sich die Ruine.
Schattengast um Schattengast
verliert von seiner Schattenmacht,
bis er sich auflöst und verblasst.
Corona an Weihnachten
schenke ich mir
drum treff ich dich nicht
sonst schenkst du es mir.
Deiner angesichts
werde ich
lautlos, fühllos, körperlos
Im Auge meines Schweigens
verberge ich mich
angst- und zweifelvoll
Über meine Lippen
kommt kein Wort
aus meinen Augen
kein Gedanke
Eine Berührung nur
eine Umarmung
Ich falle
in Deine Arme
bin daheim
bin da.
alle Uhren
stehen still
Vogelfederschlag
Blütenblätterwirbel
Regentropfenfall
Blitznarbenfirmament
wie dramatisch
denkst du und
wendest dich
doch nicht ab
still stehen
alle Uhren
sie geht
sagt sie
mit gefiederten Schritten
als sei sie Vogel oder Engel
sie sagt
sie gehe durch die Wolken
wie Sonnenstrahl
ein Blitz
ein Donner
der Regen
durch die Zeiten
sagt sie
gehe sie
aus deiner Erinnerung
in deine Träume heraus
hinein
sie geht
sagt sie
sie geht
Alles in Review.
Die Zeit heilt keine Wunden.
Die Zeit frißt alle Menschen auf.
Ich.
Nein.
Aber.
Ja.
Wo kein Ende, da kein Anfang.
Dort ein Überall.
Morgen vielleicht.
Vielleicht Morgen.
Vielleicht
inmitten
nie.
wie lang
denkst du
ist lang
genug