Grau. Inmitten Grau. Immerzu.

Nicht sehen, nicht wissen, nicht glauben, nicht ahnen, nur hoffen wir, hinaus gehen wir, in die Tage, die nichts mehr erleuchtet, hinaus gehen wir und lassen uns selbst zurück.

Ohne Ziel stolpern wir durch die Straßen, bleiben unter Bäumen stehen, die regennass in die Gegend starren.
Als käme da noch was, starren sie, als käme seit Tagen, Wochen, Monaten was, als warteten sie schon seit Jahren, nur eben nicht auf uns, die wir eben nun mal unter den Bäumen stehen.
Weitergehen sollen wir, versperren mit unserem Rumstehen den Bäumen den Blick in die Zukunft.
Umdrehend sehen wir aber nichts, nur noch mehr Weite, mehr Bäume, mehr unerleuchtete Tage.

Nicht dass die Dunkelheit andererseits käme.
Nicht mal neblig ist es, untrübes, klares Grau, alle Kanten scharf wie frisch geschnitten, alle Furchen wie frisch gezogen, alles Leben wie frisch fort.
Irgendwo zwischen Tag und Tag gehen wir durch das enervierend frische Grau, heller auf den Wegen, dunkler auf dem Gras, die Farben alle ausgewaschen, in der erstarrten Zeit verloren gegangen, die doch gleichzeitig rast.
Ohne ein Ziel gehen wir herum und sind immer zu spät, immer haben wir gerade alles verpasst, ist alles vorbei.
Aus der Zeit gefallen stehen wir an der Grenze zu einer Dämmerung, deren Dunkel niemals anbricht.

Wir hoffen und ahnen und glauben und wissen und sehen nichts.