Pöm    Ein Gedicht, ein Gedicht, man glaubt's oder auch nicht.

Doppelbelichtung

den Tod haben wir
abgeschafft
er passte uns
nicht mehr ins Bild

hier schlafen Menschen
mit Sand in den Augen
atemlos die Ruhe
zu wahren

dieser hier malte mir
Milchherzen auf den Kaffee
und schenkte mir
Kekse mit süßem Kern

hier hat er die Augen
geschlossen das Lächeln
verloren das Herz hart
und kalt seine Haut

wir legen ihn hier
unter Erde und Steine
die streunenden Hunde
wecken ihn nicht.

verschweige dem Feuer das Holz

seine Gier beißt sich
in unsere Augen
und
unsere Tränen entreißt uns
sein Hunger

in seinem Flackern
queren wir Schatten

erreichen wir bald
eine Lichtung
oder
gehen wir tiefer
hinein in die Glut

schwert/feder

der sturm
der das gefieder 
der taube spreizt

bricht ihr

nicht fahne
nicht kiel

Schuppungen

das Zwischen teilt
es oder fällst du
nur ab vor Glauben

das Brechen der
Haut schilfert dich
suchst du denn Halt

schorfst dir die Worte
selbst am Wetzstahl
deiner Verheißung

der Riss reißt nur
dich in den Abgrund
die Klippe sind wir